An meine erste Kamera kann ich mich überhaupt nicht erinnern.
Ein wahrscheinlich eher untypischer Satz für einen Fotografen. Aber es stimmt.
Kameras gab es schon immer in meiner Familie. Sie waren aus Metall und schwer und natürlich analog. Mein Vater hatte eine und mein Opa auch, eine Leica des kleinen Mannes sozusagen: eine Voigtländer.
Voigtländer stand für Qualität, Robustheit und scharfe Fotos, ein Arbeitstier. Eine Voigtländer lieferte jahrzehntelang treue Dienste, wenn man sie pflegte und ordentlich mit ihr umging. So wie eine Leica eben.
Damals war die Kamera aber ausschliesslich ein Utensil für den Urlaub, um Onkel Heinz und Tante Hilde die Welt zu zeigen, die man bereiste. Die Welt bestand damals aus so exotischen Orten wie die Ostsee und dem Allgäu.
Heute, viele Jahrzehnte später, zeigt man die Welt auf Instagram. Und tatsächlich war diese Foto-App, die sie anfänglich noch war, der Start für meine Reise in die Fotografie.
Unterwegs in der Karibik und auf den Kanaren entdeckte ich meine Leidenschaft für die Reise-… pardon Travel Photography, wie man heute sagt.
Und dann kam Corona. Ein Satz, den man häufig liest und hört. Für mich bedeuteten die weltweiten Reisebeschränkungen, daß ich mir Motive vor meiner Haustür suchen musste. So entdeckte ich meine Liebe zur Street Photography, die mich seitdem nicht mehr loslässt.
Doch dann passierte etwas, was ich mir vor Jahrzehnten nicht hätte vorstellen können. Ich kaufte mir eine Voigtländer. So eine aus Metall und schwer und natürlich analog.
Meine Lieblingskamera. Manchmal nimmt das Leben komische Wendungen.
Meine (filmreife) Story
Foto: Yannick Dusseault